Angedacht vom 25.10.2020

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Angedacht zum 19. Sonntag nach Trinitatis – 18.10.2020

Neulich stieß ich in der Wohnung meiner Eltern auf mein Taufkleid. Ich habe es – vielleicht in einer Anwandlung von Sentimentalität – an mich genommen, auch wenn meine Frau meinte: was willst Du denn damit?! Und sieh doch, es ist ja inzwischen voller Stockflecken! – Weil ich die Hoffnung hatte, die Flecken vielleicht doch irgendwie herauszubekommen, habe ich das Kleid später in die Waschmaschine gesteckt, nun hat es diese Aktion dank eines wohl recht hohen Kunstfaseranteils gut überstanden, die Flecken sind aber geblieben. So ist das nun einmal. Jetzt hängt das Kleid in meinem Schrank, neben Oberhemden und Sakkos, und unweigerlich fällt mein Blick immer wieder darauf.

Ich weiß nicht, ob Sie vielleicht auch noch ihr Taufkleid haben?! In manchen Familien wird ein solches ja auch von Generation zu Generation weitergereicht – und da richtet sich inzwischen, wie wir Pfarrer wissen, nebenbei bemerkt, der gewünschte Tauftermin dann auch schon einmal nach der vorgegebenen Kleidergröße.

Aus dem Brief an die Gemeinde in Ephesus, Kap. 4, Verse 22-32:

Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem früheren Wandel, der sich durch trügerische Begierden zugrunde richtet. 23Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn 24und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit. 25Darum legt die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten, weil wir untereinander Glieder sind. 26  Zürnt ihr, so sündigt nicht; lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen 27und gebt nicht Raum dem Teufel. 28Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit eigenen Händen das nötige Gut, damit er dem Bedürftigen abgeben kann. 29Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Gnade bringe denen, die es hören. 30 Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt seid für den Tag der Erlösung. 31Alle Bitterkeit und Grimm und Zorn und Geschrei und Lästerung seien fern von euch samt aller Bosheit. 32Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.

Zu der Zeit, da der Epheserbrief geschrieben wurde, verhielt es sich so: Da kamen die Menschen, und es waren in der Regel Erwachsene, zur Taufe, legten da ihr wohl eher schlichtes dunkles Büßergewand ab und stiegen ins Taufbecken; der alte Menschen wurde untergetaucht, so die Vorstellung, oder mit Luther drastisch gesprochen: Der alte Adam ward ersäuft. Und kaum waren die Neugetauften dem Wasser entstiegen, wurde ihnen ein weißes Gewand angezogen. Paulus sagt dazu im Brief an die Galater: sie haben Christus angezogen (Gal 3, 27). Hier heißt es nun erinnernd, auffordernd: zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist.

Die Idee hinter dem Kleiderwechsel: dass der Mensch durch die Taufe innerlich verwandelt sei; und da haben die Taufkleidchen bis heute ihren sozusagen kulturgeschichtlichen Ursprung.

Doch der Schreiber des Epheserbriefes kennt nicht nur das Bild vom Kleiderwechsel, sondern spricht auch davon, dass wir Christen doch seit der Taufe versiegelt seien mit dem Heiligen Geist. Wir versiegeln unsere Böden, Parkett zum Beispiel, damit sie nicht beschädigt werden. Und den Täuflingen wird bis heute ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet, soll heißen: sie gehören zu Christus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen; das gezeichnete Kreuz Hinweis darauf, dass wir unsichtbar versiegelt sind und geschützt, damit Schmutz und Dreck, die Spuren des Lebens also, einem nichts anhaben können.

Doch wir alle ahnen bereits: Die Schutzschicht auf dem Parkett des Lebens scheint mit der Zeit dünner zu werden. Und nicht nur so ein Taufkleid bekommt Stockflecken mit den Jahrzehnten oder wird gar ein Fraß der Motten, sondern auch dieser innere Mensch, von dem der Schreiber des Epheserbriefs spricht, scheint sein Strahlen zu verlieren. Da gewinnt dann doch allenthalben immer wieder der alte Mensch wieder die Oberhand, da gelingt es nur so schwer, die in der Taufe einmal geschenkte Bestimmung durchzuhalten. Da sind rasch Kräfte am Werke, die zum Schlechten locken, da machen sich Hass und Zwietracht breit, Gleichgültigkeit und Ungerechtigkeit, da wird es schnell unschön, statt dass es christusgemäß gelingt, aufeinander achten, sich gegenseitig zu helfen, Verantwortung zu übernehmen, freundlich zu sein, einander zu vergeben, kurz: Nächstenliebe zu üben.

Erneuert euch in eurem Geist und Sinn, fordert der Briefschreiber die Menschen in Ephesus auf. Er schreibt das denen, die schon getauft sind, und will ihnen helfen, ihrer eigentlichen Bestimmung weiterhin treu zu bleiben.

Dazu einmal ein paar praktische Anregungen nun auch für uns: Jeden Morgen ziehe ich mich an für den Tag. Warum nicht kurz innehalten und auch den inneren Menschen vorbereiten für den Tag? Innerlich Christus anziehen, denn seine Liebe, seinen Mut, seinen Glauben, seine Kraft kann ich doch auch tragen, es zumindest versuchen. Vielleicht hilft auch der Gedanke, dass jeden Morgen Christus mich sanft, aber bestimmt umhüllt, mich nicht festlegt auf meine Fehler von gestern, sondern immer wieder neue Anfänge schenkt.

Jeden Morgen creme ich das Gesicht ein; wenn die Sonne scheint, schütze ich mit Sonnencreme meine Haut. Auch das kann ein Bild sein für den inneren Menschen: Ich darf mich jeden Tag daran erinnern, dass ich versiegelt bin mit dem Heiligen Geist. Die Taufe mag lange zurückliegen, die schützende Schicht kann dünner, brüchiger werden – aber so manches, etwa ein einziges biblisches Bild, eine tröstliche Liedstrophe, spürbare Verbundenheit mit anderen im Glauben, das alles lässt die unsichtbare Schicht wieder wachsen.

Martin Luther hatte seinen eigenen Umgang mit täglichen Anfechtungen: Der alte Adam, so sagt er, muss jeden Tag neu ersäuft werden, jeden Tag ist Martin Luther neu aufgestanden, nachzulesen ist das im Kleinen Katechismus in dem Abschnitt über die Taufe. Wenn es dann eng wurde den Tag über, wenn die Anfechtung, der Ärger, der Schmutz, die Sünde übermächtig wurden, schrieb Martin Luther auf den Schreibtisch: Ich bin getauft! Ich bin von Gott neu geschaffen, ich habe Christus angezogen, ich bin versiegelt mit dem Heiligen Geist. Wir vergessen das oft, aber vielleicht hilft eine solche wie immer geartete Erinnerungsstütze. Für manche sind es die Perlen des Glaubens am Handgelenk, die da erinnern, für mich ist es auch mein Taufkleid im Schrank.

Und noch eine vierte Idee: Das Geschenk, das Sakrament der Taufe haben wir einmal empfangen, aber das Sakrament des Abendmahls können wir immer neu empfangen. Und egal, wie wir kommen, wir sind immer eingeladen – und gehen verwandelt wieder zurück. Wer vom Brot des Lebens gegessen und vom Kelch des Heils gekostet hat, hat die Kraft der Erneuerung nicht nur äußerlich erfahren, sondern bis ins Innerste. So können wir es schaffen, dass so manche Bitterkeit weicht und unser Leben besser gelingt.

Eine gute neue Woche wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Matthias Bertenrath

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Angedacht zum 04.10.2020

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Neues aus der Konfirmandenarbeit

Die Konfirmandinnen und Konfirmanden haben aus Salzteig Skulpturen erschaffen unter dem Thema: „Gott ist für mich …“

… wie eine Lunge. Mit ihm kann ich atmen. Durch ihn gerät Energie in mein Leben. Und viele Lungen ergeben einen großen Atem für die Zukunft.

… wie eine Brücke. Er verbindet Dinge die sonst auseinander wären zu einem. Er schafft unmögliches.

… die Liebe und er sieht alles.

… ein Wegbereiter und Begleiter

… Er hält die ganze Welt in seiner Hand

… wie ein Freund mit ihm kann ich reden und er steht zu mir und begleitet mich auf all seinen Wegen

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Angedacht zum 16. Sonntag nach Trinitatis – 27.09.2020

Es gibt in diesen Tagen, Wochen, ja inzwischen Monaten der Corona-Pandemie so manches, was einen zu verstören vermag. Dazu gehören auch die diversen Verschwörungstheorien, die Corona betreffend im Umlauf sind. Die meisten, denke ich, sind geneigt, den Kopf zu schütteln und zu denken: wie kann man nur! Das ist doch alles totaler Quatsch! Völlig abstrus! Bill Gates oder die chinesische Pharma-Industrie oder wen auch immer hinter dem Ganzen zu sehen. Doch ein Phänomen ist das schon!

Unser Kollege Martin Trautner hat im gerade erschienen Gemeindebrief unserer Nachbarkirchengemeinde An der Erft zu diesem Themenfeld lesens- und nachdenkenswerte Worte gefunden. Er schreibt – und ich erlaube mir, ihn ein ganzes Stück weit zu zitieren – im Blick zunächst darauf, dass Verschwörungstheorien ja wahrlich kein neues Phänomen sind: „Der konkrete Inhalt, wer gerade eine Weltverschwörung vorbereitet, mag sich ändern, es bleibt die Grundstruktur, die sämtlichen Spielarten dieser Welterklärungsmodelle zugrunde liegt, dass irgendwelche finsteren Mächte versuchen, ganz im Geheimen die Weltherrschaft zu erlangen und die Menschheit zu versklaven. Auf gezielte Nachfrage hin können die Anhänger von Verschwörungstheorien nie überprüfbare Beweise für ihre Behauptungen beibringen. Sie bleiben den Nachweis für harte, jedermann zugängliche Fakten schuldig. Bei näherer Betrachtung wird vollends deutlich, dass Verschwörungstheorien haltlos sind“, um dann zu fragen: „Warum aber verschreiben sich Hunderttausende von Menschen willig Dingen, die sich schnell als grober Unfug entlarven lassen?!“

Kollege Martin Trautner weist auf, wie ich finde, plausibe psychologische Erklärungsanaätze hin: Da wo eine Bedrohung erlebt wird, tut es immer gut, wenn nach einer gewissen Phase der Überraschung, des Schocks, Handlungsfähigkeit wiedererlangt wird. Dazu gehört in der Regel, dass die Bedrohung identifiziert wird, und, je nachdem z.B. entweder die Flucht angetreten oder gekämpft oder sonstwie angemessen reagiert wird. Nun ist ein besonderer Aspekt der Corona-Pandemie, dass die Gefahr hier in mancher Hinsicht ja gerade unsichtbar ist. Das verunsichert zusätzlich. Und eine Warn-App läuft der Gefahr bestenfalls, wenn überhaupt hinterher. Da kommen für manche Verschwörungstheorien wie gerufen. Der empfundenen Hilflosigkeit und Verunsicherung entgegen identifizieren diese den Feind, benennnen Personen, Mächte, Gestalten, gegen die sich alle Wut, aller Ärger richten können. Und dabei ist es völlig egal, wer hinter der angeblichen Verschwörung steckt; Hauptsache, man kann überhaupt jemanden benennen und damit, darauf kommt es an, Kontrolle, so meint man wohl, über die Situation wiedererlangen, indem man ja Bescheid weiß darüber, wie es sich verhält. „Für viele Menschen lassen sich die Vorgänge leichter ertragen, wenn sie sich nicht zufälligem Geschehen ausgeliefert sehen, sondern einem Plan, den sich, wenn schon, finstere Mächte ausgedacht haben. Denn ein Plan, wer auch immer ihn sich erdacht haben mag, lässt sich womöglich durchkreuzen, oder durch gemeinsame Aktionen vereiteln. Und schon schwindet das Gefühl, hier hilflos ausgeliefert zu sein.“

Und natürlich gibt es auch diejenigen, die ganz einfach sagen: Corona?! Alles halb so schlimm, mehr oder weniger eine Grippe. Doch Verdrängen kann, so denke ich, wohl auch keine Lösung sein!

Wie immer such die Dinge im Einzelnen darstellen: ob nun Verschwörungstheorien oder vehementes Leugnen der Realität – beides scheint mir genaugenommen von großer Angst, von Furcht diktiert, und damit längst und erst recht der Macht des Todes auf den Leim gegangen, während Christinnen und Christen, wie Christoph Blumhardt einst formulierte, doch „Protestleute gegen den Tod“ sein sollen.

Ein biblischer Vers, der auch Martin Trautner, wie er schreibt, in diesem Zusammenhang wichtig ist, begegnet im Predigttext des heutigen Sonntag, 2.Timotheus 1,7. Der Verfasser des Timotheusbriefes nimmt Abschied von dieser Welt und erwartet sein baldiges Ende. Kein Wunder, dass er beunruhigt ist und Angst hat. Aber er bleibt nicht dabei stehen, denn er weiß sich von Gott mit einem ganz besonderen Geist ausgestattet, der ihm hilft, seine Angst zu überwinden; und so schreibt er:

,,Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“

„Der Verfasser bringt diesen Geist gegen seine Angst in Stellung. Man könnte fast sagen: Drei gegen einen“, meint Martin Trautner

Ja, was brauchen wir in dieser Zeit – statt eines Geistes der Furcht – mehr als von Gott her diesen anderen, diesen vielfältigen und ganz besonderen Geist:

Seinen Geist, der uns daran erinnert, dass mit Gottes Hilfe ganz viel möglich ist, und dass es da immer noch ein Mehr gibt…an zu erreichendem, heute vielleicht noch unvorstellbarem, ein Mehr – über das hinaus, was ist, …einen Geist, der da einst bei Jesus sogar den toten Lazarus hat auferwecken lassen,  seinen  Geist der Kraft…

Seinen Geist, der möglich macht, immer auch den Anderen, die Andere im Blick zu haben, mit den Augen Gottes anzuschauen, mit seinen und ihren Bedürfnis-sen, Solidarität zu üben, auch Verzicht um des Wohles, etwa der Gesundheit aller willen, auch in belastenden Situationen die Achtung füreinander zu bewahren… seinen Geist der Liebe…

Seinen Geist, der in allem das richtige Maß finden lässt (auch das Maß des ge-botenen Abstands!) …, das finden lässt, was stimmig ist; der einen selbst, wie auch das Gegenüber vor Überforderung schützt, … seinen Geist der Besonnenheit…

In diesem Sinne sei Gott mit Ihnen, auch in der neuen Woche,

Ihr Pfarrer Matthias Bertenrath

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Angedacht zum 15. Sonntag nach Trinitatis – 20. September 2020

In regelmäßigem Abstand werden sie einem versprochen: sogenannte Rundum-Sorglos-Pakete … von Versicherungen etwa… Nun, schön wär’s… ein Zustand der Sorglosigkeit, doch die Wirklichkeit, das wissen wir alle, ist häufig eine andere: mit Sorge um die Gesundheit, den Arbeitsplatz, das persönliche Geschick; mit Sorge um andere, liebe Menschen, um die Zukunft unseres Planeten, um den Frieden. Und in diesen Wochen und Monaten der Corona-Pandemie das dann alles noch einmal eigenartig verstärkt, geradezu auf den Leib gerückt. Sorge all überall.

Und sie wirkt sich aus, die Sorge. Sie führt rasch zu den bekannten Sorgenfalten. Aber das ist nur etwas Äußerliches. Viel gravierender scheint mir, dass es ihr zu eigen ist, den Blick zu verengen –, und dass sie auch das Miteinander negativ zu beeinflussen vermag: Wer sich sorgt um seinen Arbeitsplatz, nicht ausgeschlossen, dass der, ob er will oder nicht, in dem Kollegen bald einen Konkurrenten sieht. Wen die Sorge umtreibt um die eigene schwächelnde Gesundheit, nicht ausgeschlossen, dass der, ob er will oder nicht, hin und wieder wenigstens nur noch neidisch blickt auf die, welche munter herumspringen. Wer Sorge um sein Auskommen hat, nicht ausgeschlossen, dass der sich den Bedürfnissen anderer viel zu früh verschließt, dafür gar keinen rechten Blick mehr hat. Sorge nimmt gefangen, verkürzt die Sicht.

„Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch“ (1. Petrus 5,7), heißt es im Wochenspruch. Und er macht damit – und das scheint mir das Entscheidende – noch einmal eine andere Perspektive auf. Er weist hin: Seht doch, da ist noch ein Anderer, ein Größerer, der für Euch sorgt, der anbietet, eure Sorge seine Sorge sein zu lassen! Da ist einer, der schon immer so da war für Euch, der Euch überhaupt ins Leben gerufen, schon immer für euch gesorgt hat, und so es gewiss auch weiter tun wird… da einer, dessen Möglichkeiten auch in Zukunft gewiss weit über eure hinausreichen, und der sich in jeder Beziehung durchsetzen will mit seinem guten Willen, nicht zuletzt dann auch immer wieder über unser Handeln.

In dieser Perspektive, in solchem Vertrauen, so steht zu hoffen, sei da zumindest etwas mehr wohltuende Gelassenheit, zumindest ein Stück weiter in Richtung Befreiung vom bloßen Sich-Ausgeliefert-Fühlen an Übermächtiges, Befreiung von dieser Sorge, wie auch immer, zu kurz zu kommen. „Nada te turbe – Nichts beunruhige dich, nichts ängstige dich: wer Gott hat, dem fehlt nichts. Gott allein genügt“, so die Worte, ursprünglich von Teresa von Avila, in einem Taizé-Gesang, oder klassisch: „Wer nur den lieben Gott lässt walten, den wird er wunderbar erhalten…“ (Ev. Gesangbuch 369)

Darauf hoffen, dass da, wo eine Tür zugeht, sich ganz andere öffnen können, dass neue Wege sich auftun können,  wo die alten versperrt, das ist der Aufruf des 15. Sonntags nach Trinitatis, wenn es da heißt „All eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch“, die eigene Sorge seine Sorge sein lassen, oder noch einmal anders, etwas flapsig vielleicht, aber durchaus tiefsinnig formuliert: „Lieber Hände falten als Sorgenfalten“. 

Eine gesegnete Woche, in der Sie spüren mögen, dass gut für Sie gesorgt ist, wünscht Ihnen Ihr Pfarrer Matthias Bertenrath

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Neues aus der Konfiarbeit

Die Konfirmandinnen und Konfirmanden haben gemeinsam das Vater Unser neu und modern gestalten. Fast wie selbstverständlich für neue Generationen in Emoticons. (Smileys)

👨‍🦰🤲☁️
😇👉🔠
👉🏙
👤👆👏
🤷‍♀️☁️🌎
👨‍👩‍👦‍👦📆🍞🥖🤲👩‍👩‍👧‍👦📆
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👭🤝👭
🤲🚫
🖐👺
👆🇪🇺💪😃⏱
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Angedacht zum Sonntag, den 13.09.2020

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Angedacht für Sonntag, den 06.09.2020

Liebe Gemeinde,
Ich hatte mein Video schon fertig, als Ende der Woche die Meldung kam, dass
nun doch der Bonus für Pflegekräfte in Krankenhäusern kommen soll. Ich habe
aufgestöhnt – jetzt kann ich wieder von vorne anfangen – so ist das eben, wen
man keine zeitlos gültigen Überlegungen anstellt, sondern sich durch aktuelle
Geschehnisse herausfordern lässt. – Ein neues Video aufzunehmen, haben wir in
der Kürze der Zeit nicht mehr geschafft. Also gibt es für diesen Sonntag meinen
„Angedacht-Impuls“ nicht als Video sondern nur als lesbaren Text. In
Grundzügen stimmt immer noch, was mir für das Video durch den Kopf ging.
Aber der Reihe nach:
Sie erinnern sich sicher noch: im März und April war es abends oft zu hören.
Menschen standen am geöffneten Fenster oder auf dem Balkon oder im Garten
oder vor der Haustüre und haben geklatscht. Sie haben symbolisch für die
Menschen geklatscht, die in Krankenhäusern oder Pflegeheimen arbeiten oder in
Supermärkten die Versorgung der Bevölkerung aufrecht hielten. Das war ein
schönes Zeichen der Anerkennung für diese Menschen, die in dieser
Krisensituation verlässlich Dienst für unsere Gesellschaft getan haben.
Auf diesem Hintergrund hat ja dann auch der Bundestag beschlossen, für
Beschäftigte im Pflegebereich eine Corona-Prämie zu zahlen – je nach Art und
Umfang der Beschäftigung bis zu 1500 €. Der Bund wollte davon 2/3 tragen –
also 1000 € – die Arbeitgeber in der Pflegebranche sollten den Betrag bis auf
max 1500 € aufstocken.
Und dann wurde bald klar, dass dieser Bonuszahlungen zwar generell für
Pflegekräfte in Altenheimen und in der ambulanten Pflege gezahlt werden, nicht
aber für das Krankenhauspersonal gelten. Bundesgesundheitsminister Jens
Spahn stellte klar, dass im Blick auf dieses Pflegepersonal die jeweiligen
Arbeitgeber Boni vereinbaren können. Mit anderen Worten: Die Krankenhäuser,
die ihren Pflegern und Krankenschwestern Boni zahlen, tun das auf freiwilliger
Basis und der Bund beteiligt sich nicht an der Finanzierung. – Es gibt einzelne
Krankenhausträger, die Boni zahlen, aber flächendeckend findet das nicht statt.
Insgesamt machte sich unter den Pflegekräften Ernüchterung breit. Geklatscht
wird schon lange nicht mehr. Und ich kenne Pflegekräfte, die die ganze

Entwicklung bitter so kommentieren: „Es hat sich ausgeklatscht, wie nicht
anders zu erwarten war.“
Und nun kommt auch noch Folgendes hinzu. Vor Kurzem hat ein Bekannter mir
das erzählt, dessen Frau als Krankenschwester arbeitet: Es wird nicht nur nicht
der Coronabonus gezahlt – es wird ihr auch noch etwas weggenommen –
nämlich das Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Meine Recherchen im Internet
verweisen klar auf diese Tendenz, diese Sonderzahlungen zu reduzieren oder gar
zu streichen – und zwar nicht nur im Pflegebereich, sondern überhaupt in der
Wirtschaft. In wie weit diese Streichung in Krankenhäusern flächendeckend für
das Personal erfolgt, kann ich im Moment nicht sagen. Aber in dem mir
erzählten belegten Fall wirkt das natürlich besonders grotesk. Und ich kann
komplett nachvollziehen, dass es Krankenschwestern und Pfleger zornig macht
und frustriert. Aus der versprochenen finanziellen Anerkennung der eigenen
Leistung ist nichts geworden und nun werden statt dessen sogar noch andere
Sonderzahlungen gestrichen. – Man muss schon unanständig gutmütig sein, um
nicht den Gedanken zu haben: Tja, da zeigt sich, was unserer Gesellschaft die
Menschen wert sind, die als Pflegekräfte in unseren Krankenhäusern arbeiten. –
Und zwar in einer Zeit, in der einerseits händeringend nach Pflegekräften
gesucht wird und andererseits zugleich durch Personalabbau im Pflegebereich
die Arbeitsbedingungen seit Jahren immer schlechter werden und diejenigen, die
als Krankenschwestern und Pfleger arbeiten, immer mehr belastet werden.
Und ich habe mich gefragt: Wieso ist es eigentlich möglich, dass sich Bund und
Länder innerhalb kürzester Zeit im März / April darauf verständigt haben, 1,2
Billionen Euro zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-
Pandemie zusätzlich bereit zu stellen, aber sich nicht darauf verständigen
können, auch den Pflegekräften in Krankenhäusern den Bonus von 1000 € pro
Person zukommen zu lassen? 1,2 Billionen Euro sind 1200 Milliarden Euro. Das
ist das größte Rettungspaket, das in unserem Land je aufgelegt wurde. Aber die
etwa 1,1 Millionen Beschäftigten im Krankenpflegebereich sollten den Bonus
nicht bekommen. – Da frage ich mich: Was ist in unserer Gesellschaft was wert?
Das ist meiner Meinung nach die Frage, auf die man zwangsläufig stößt.
Offensichtlich waren die Beschäftigten in der Krankenpflege es nicht wert,
berücksichtigt zu werden. Und man muss ich vor Augen halten, dass es hier um
eine Einmalzahlung in einer wahrlich nicht exorbitanten Höhe geht. Das ist eine
politische Entscheidung, die ich für falsch halte. Als fragwürdige Begründung
für die unterschiedliche Behandlung von Altenpflegern und Krankenpflegern
wurde angeführt, dass die Pfleger und Pflegerinnen in der Altenpflege

tendenziell schlechter bezahlt werden. – Das ist natürlich auch fragwürdig und
da muss sich etwas ändern. Aber hier geht es einfach um die zeichenhafte
Anerkennung für das was Pflegekräfte insgesamt in der Corona-Pandemie für
diese Gesellschaft leisten.
Ich merke wie ich die Tendenz habe, sarkastisch zu reagieren. Einerseits wird
den Krankenpflegekräften diese zeichenhafte finanzielle Anerkennung, die
versprochen war, vorenthalten, andererseits ist es selbstverständlich, dass
diejenigen, die darauf angewiesen sind, in einem Krankenhaus behandelt zu
werden, in dieser Krisensituation erwarten, bestmöglich und einfühlsam gepflegt
zu werden.
Die Frage, was etwas wert ist, hat mit Wertschätzung zu tun. Untersuchungen
zeigen, dass es das ist, was sich die meisten Mitarbeitenden von ihren
Vorgesetzten wünschen: ausdrückliche Anerkennung und Wertschätzung ihrer
Leistung. Das gilt ja insgesamt für unseren Umgang miteinander – nichts ist so
motivierend, wie echte Wertschätzung zu bekommen und nichts ist so
demotivierend wie Wertschätzung vorenthalten zu bekommen. Ich habe
manchmal das Gefühl, dass bei uns die Kultur der Wertschätzung
unterentwickelt ist. Herabsetzende Äußerungen sind dagegen schnell gemacht,
aber mit Wertschätzung wird gegeizt. – Ich habe noch gut in Erinnerung wie
Gerhard Schröder, der ehemalige Bundeskanzler, in einem Interview Lehrer
pauschal als „faule Säcke“ bezeichnet hat. – Oder ich denke an Herrn Stamp,
den Familienminister aus NRW, der sich vor kurzem damit hervorgetan hat zu
betonen, dass es viele Lehrer – er sagt wirklich viele – gegeben habe, die sich im
Lockdown bequem eingerichtet hätten. – Schwarze Schafe gibt es überall und in
jeder Berufsgruppe. Wertschätzung hört sich anders an.
Paulus hat das im Römerbrief den Christen und Christinnen ins Stammbuch
geschrieben. Röm 12,10 ist das nachzulesen. Da schreibt Paulus „Übertrefft
euch gegenseitig darin, einander Achtung zu erweisen.“ Man könnte auch sagen
Respekt oder Wertschätzung.
Und nun Ende der Woche die Meldung, dass der Bonus für Pflegekräfte in
Kliniken doch gezahlt werden soll. Wobei sich der Bund daran weiter nicht
beteiligt. Die gesetzlichen Krankenkassen stellen 100 Millionen bereit. Das
verstehe ich zwar nicht, aber ok: Prima – da ist der Protest wohl angekommen. –
Und dann habe ich weiter recherchiert und es kommt raus: Der Bonus soll nur
den Pflegekräften gezahlt werden, die wegen der Corona-Krise besonderen

Belastungen ausgesetzt sind. Was soll das denn heißen? Gilt der Bonus jetzt nur
für Pflegekräfte, die auf einer Corona-Station gearbeitet haben? Die Kliniken
sollen festlegen, wer in welcher Höhe den Bonus bekommt. – Also geht es wohl
doch nicht darum, generell ein Zeichen zu setzten und die Arbeit der
Pflegekräfte zu würdigen? Im Blick auf die Altenpflegekräfte wird ja gerade
nicht unterschieden. Es ist ja nicht so, dass nur die Altenpflegekräfte, die mit
Corona-infizierten Bewohnern zu tun hatten, den Bonus bekommen. Nein er
wird generell an die Pflegekräfte gezahlt, weil es eben darum geht, dieser
Berufsgruppe gegenüber die Anerkennung unserer Gesellschaft auszudrücken. –
Im Blick auf die Pflegekräfte in Krankenhäusern sind wir wohl immer noch
nicht so weit. Was für eine elende Rumtrickserei. Wieso kommt es nicht an,
dass es darum geht, generell und zeichenhaft den Respekt und die Anerkennung
für die Menschen auszudrücken, auf die wir alle angewiesen sind, wenn wir
gepflegt werden müssen – egal ob in einem Altenheim oder in einer Klinik?
Röm 12,10: „Übertrefft euch gegenseitig darin, einander Achtung zu erweisen.“
– Das müssen wir in unserer Gesellschaft erst mal noch lernen.


Seien sie gut behütet!
Pfarrer Thorsten Schmitt

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Präsenz-Gottesdienste wieder möglich

Altar in der Erlöserkiche in Niederaußem

Ab Pfingssonntag finden wieder Präsenz-Gottesdienste in unserer Gemeinde statt. Wir freuen uns alle sehr darauf und uns erwartet eine spannende Zeit. Nun sind aber auch einige Informationen dazu nötig und daher bitten wir Sie ausdrücklich das unten stehende Manuskript sorgfältig zu lesen.

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KinderKirche goes online

Jeden Sonntag gibt es einen Online-Kindergottesdienst aus einem der KiGo-Landesverbände.

Schaut/schauen Sie doch einfach mal vorbei.

Kinderkirche online

Gerne könnt Ihr Euch/können Sie sich auch hier über das Online-Angebot informieren:

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Neue Gottesdienstform in unserer Gemeinde: Hausgottesdienst

Gerade jetzt in der Corona-Krise wollen wir Sie als Kirchengemeinde nicht alleine lassen. Aber wie kann das gehen, wenn wir unsere Gemeindehäuser schließen müssen und es auch untersagt ist, Gottesdienste zu feiern? Daher haben wir uns dazu entschlossen, Ihnen eine Möglichkeit zu bieten, auf ungewöhnliche Weise zusammen einen kleinen Gottesdienst zu feiern. „Im Geiste“ können wir zusammen sein. Jeden Sonntag werden zu den regulären Gottesdienstzeiten die Glocken am Friedrich-von-Bodelschwingh-Gemeindezentrum in Glessen und an der Erlöserkirche in Niederaußem für 10 Minuten läuten – also von 10.15 bis 10.25 Uhr. In dieser Zeit können Sie zu Hause den kleinen Gottesdienst mit vielen anderen, die das auch bei sich machen, mitfeiern. Alles was Sie dazu brauchen ist eine Kerze und die folgende Liturgie…

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