Angedacht zum 1.Advent am 29.11.2020

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Was glaubst Du denn eigentlich?

Der Podcast aus dem Bauwagen

Ich glaube an Gott den Vater, den  Allmächtigen— „Was glaubst du denn eigentlich“ ist ein Podcast, der in der Eifel entstanden ist, im Bauwagen – ja genau in dem auf dem Foto! In rund 25 Minuten reden Jugendliche und Teamer über ihre Begegnung mit der Kirche. In der Zeit entfalten sich die intensiven Gespräche zu einen richtigen Hinhörer.

Was glaubst Du denn eigentlich – eine Frage die man sich oft nicht traut zu stellen. Die aber Elementar ist. Was würden Sie in der Kirche verändern, damit es sie ansprechen würde – oder was ist gut so wie es ist.

Christopher Braun ist genau über diese Themen mit den Jugendlichen im Gespräch. Ohne Regeln – ohne Tabuthemen.

Ab 29.11.2020 jeden Sonntag 12 Uhr auf spreaker, spotify und apple podcast.

Was glaubst Du denn eigentlich – der Podcast aus dem Bauwagen!

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Christmas Podcast!

Ein Podcast mit vier Folgen zum Thema Weihnachten – gestaltet von der aktuellen Konfirmandengruppe in Niederaußem Glessen.

Jeden Adventssonntag um 12:00 Uhr geht ein Podcast online.
Hier die Themen:

29.11.2020 – Christmas Talk

06.12.2020 – Was wäre, wenn Jesus heute geboren wäre?

13.12.2020 – Vorfreude auf Weihnachten

20.12.2020 – Allein sein


Die KonfirmandInnen konnten sich ihr Thema selbst aussuchen und haben sich alles ohne meine Hilfe ausgedacht.Auch bei den Aufnahmen! Es lohnt sich und es waren wirklich viele neue Podcast Naturtalente am Start.Denn beim Podcast gilt:First Take – die erste Aufnahme wird direkt genommen.

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Angedacht zum Ewigkeitssonntag, 22.11.2020

Heute am Ewigkeitssonntag, der manchmal auch Totensonntag genannt wird, gedenken wir in der Kirche unserer Verstorbenen.

Vielfach werden heute auch die Gräber aufgesucht, ob nun die die der im vergangenen Jahr oder auch schon vor längerer Zeit Verstorbenen; schon in den letzten Tagen und Wochen waren viele auf den Friedhöfen, haben die Gräber zurecht gemacht, Blumen mitgebracht, oder haben Lichter auch dorthin getragen…

Heute nun, in der Kirche, an diesem besonderen Ort, mit dem ja viele unserer verstorbenen besonders verbunden, oder auch viele der Angehörigen, durch ihre Lebensgeschichte, gemeinsame Geschichte, heute hier vor Gott gemeinsam unser Gedenken; unser Denken an Menschen, die zu unserem Leben dazugehörten, und die nun nicht mehr da sind – deren Tod eine große Lücke hinterlassen hat, ja manchmal gar eine klaffende Wunde; hier sind wir mit all dem, was somit nun in uns ist, was uns erfüllt an Kummer, Traurigkeit, Verzweiflung, aber auch an dankbarer Erinnerung, an Bildern, vor allem an Liebe. Mit all dem, was somit in uns, sind wir hier, vor Gott.

Eben haben wir für jede und jeden unserer Verstorbenen eine Kerze entzündet, mit Bedacht eine kleine Osterkerze, denn wir wollen alle im Licht von Ostern sehen – nicht verloren und allein, sondern ganz gewiss in Gott geborgen… die kleinen Kerzen weisen uns darauf hin, dass seit Ostern, seit der Auferstehung Jesu Christi von den Toten, so mächtig der Tod auch ist, und so viel Gewalt er auch ausübt, er doch nicht das Letzte ist an dieser Stelle…

Darauf sollen, dürfen wir vertrauen, für unsere Verstorbenen, wie aber auch für uns als Hinterbliebene…

Vielleicht können wir uns an diese Wahrheit wirklich nur herantasten, ganz vorsichtig, indem wir sicher überhaupt erst einmal wahrnehmen, was denn da ist, in uns ist. In einem Gebet von Dietrich Bonhoeffer heißt es:

Gott, zu dir rufe ich!

In mir ist es finster,

aber bei dir ist das Licht.

Ich bin einsam,

aber du verlässt mich nicht.

Ich bin kleinmütig,

aber bei dir ist Hilfe.

Ich bin unruhig,

aber bei dir ist der Friede.

In mir ist Bitterkeit,

aber bei dir ist die Geduld.

Ich verstehe deine Wege oft nicht,

aber du weißt den Weg für mich.

Das Ganze, oftmals unendliche Elende, das ganze Schwere, Dunkle, Bittere wird erst einmal benannt, all das, was erst einmal ist… und doch ist das hier nicht alles; zumal in der Hinwendung zu Gott zeigt sich da plötzlich auch eine andere Wirklichkeit… nicht unter Absehung von allem ersteren, nicht im Sinne eines eilfertigen darüber Hinwegkommens, sondern eher im Sinne eines dadurch Kommens,  vielleicht durchaus mühsam, aber doch dadurch…

Nur wer ausgeweint hat, wie auch immer, ob mehr nach innen oder mehr nach außen, nur wer ausgeweint hat, kann getröstet werden; nur das Leid, das angenommen ist, kann auch überwunden werden, so sagt man…

So sollen wir unsere Verstorbenen ganz im Licht Gottes, ganz bei ihm geborgen sehen, und da bei allem, was wir in uns wahrnehmen, was da in uns ist, und was wir so auch heute mit hierhin bringen, dieses Licht Ist auch da für uns, ja längst in uns, wenn wir es nur entdecken…

Der Apostel Paulus schreibt im 2. Korintherbrief, Kap. 4:

„Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben.“

Paulus holt mit diesen Worten weit aus. Er bewegt sich hinein in Weltall und Kosmos. Er durchwandert den Sternenhimmel, die Milchstraße, die Sonnen und Planeten. Er geht Lichtjahre zurück. Dorthin, wo die Dunkelheit groß ist und die

Finsternis schier unendlich anmutet. Dort stößt Paulus auf…Licht. Der Beginn von allem ist, so ist er gewiss, Licht. Ganz so, wie es auch im ersten Schöpfungsbericht nicht zufällig heißt, dass Gott das Licht schuf. Gott selbst ist es, der diesen Anfang gelegt und gewollt hat. Es sollte nicht länger finster bleiben. Es sollte hell werden. Und so hat Gott der Finsternis immer schon eine Grenze gesetzt: Das Licht.

„Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben.“

Nun ist da dieses Bild einer Kerze. Das Bild ist  von Gerhard Richter („Kerze“, 1982) , den nicht wenige für den bedeutendsten Maler der Gegenwart halten – Bald wieder ist mehr von ihm, unter anderen sein Bild „Himmel“ von 1978, im Folkwang-Museum in Essen zu sehen.

Hier nun, beim Bild „Kerze“ scheint auf den ersten Blick eigentlich alles klar. Da ist eine Kerze in Weiß oder Beige mit einem leichten Schatten, so dass die Kerze räumlich erscheint. Eine Flamme brennt hell und markiert die hellste Stelle im Bild. Dahinter ein nicht näher ausgeführter Raum in einer Schattenfarbe.

Aber was klar erscheint, ist nicht klar. Gerhard Richter lässt das auf den ersten Blick fast wie eine Fotografie wirkende Bild unscharf. Als ob er es dem Betrachter zeigen, aber auch gleich wieder entziehen möchte. Die Konturen bleiben weich, die Übergänge fließend. Gerhard Richters Werk, so heißt es, oszilliert zwischen Abbildung und Abstraktion. So ist es auch hier.

Eigenartig unbestimmt auch der Hintergrund: Kein Tisch, keine Tür, keine klar erkennbare Wand. Was ist es für ein Raum, wo führt er hin? Alles bleibt offen. Zu sehen im Grunde nur Schattierungen in helleren und dunkleren Passagen, vielleicht gar nicht so viel anders als manchmal auch in unserem Leben; unklar, ob auch noch von irgendwoanders Licht einfällt. Unbestimmt, unfassbar der Raum.

Wiewohl: Bei all dem, was so unklar, in Docht und Licht ist etwas ganz Vertrautes. Es ist diese flamme, welche die Kerze ganz nah an uns heranrückt. Damit wird diese geradezu zum Urbild – so wie Kerzen ja für die meisten von uns immer schon etwas faszinierendes hatten –  plötzlich ganz konkret – man kann es ausprobieren: deckt man die Flamme mit der Hand ab, bleiben da nur hellere oder dunklere Flächen und Linien übrig, im Grunde ohne rechten Sinn…

Nun aber leuchtet die Kerze hell, für uns. Hell – gleich dem Schein, der nach Paulus auch in uns ist. An diesen hellen Schein zu glauben, soll sich lohnen; darauf zu vertrauen, dass da Gott längst auf dem Plan für uns ist, längst, wie es eben in Bonhoeffers Lied hieß, längst Licht in unsere Dunkelheit gebracht hat – um uns da weiter hindurch zu führen und liebevoll zu begleiten. Uns, die wir so getrost erwarten können, was kommen mag.

Es grüßt Sie herzlich Ihr Pfarrer Matthias Bertenrath

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Angedacht zum Buß- und Bettag 18.11.2020

George W. Bush, Barack Obama und Donald Trump sind gestorben und stehen vor Gott. Gott fragt Bush: „Woran glaubst du?“ Bush: „Ich glaube an den freien Handel, ein starkes Amerika, die Nation.“ Gott ist beeindruckt: „Komm zu meiner Rechten.“ Gott wendet sich an Obama: „An was glaubst du?“ Obama: „Ich glaube an die Demokratie, an die Hilfe für die Armen, an den Weltfrieden.“ Gott ist sehr beeindruckt und sagt: „Setz dich zu meiner Linken.“ Dann fragt er Trump: „Was glaubst du?“ Trump: „Ich glaube, du sitzt auf meinem Stuhl.“

Liebe Gemeinde,

Was einen Machtmenschen auszeichnet, an Trump konnte und kann man das beispielhaft sehen: aufgeblasenes Ego bis zum Anschlag, Behauptungen bar jeder Realität, Rücksichtslosigkeit und, und, und. Aber machen wir uns nichts vor; auch wenn Trump natürlich extrem ist, ein bisschen Trump steckt sicher in uns allen, und von daher sind Witze, wie der eben zitierte, natürlich auch immer ein bisschen billig. Bei allen graduellen Unterschieden, grundsätzlich sind wir, so glaube ich, nicht besser als Trump, sind so oder so Machtmenschen allemal. Vielleicht muss uns nur hin und wieder der Spiegel vorgehalten werden.

Ein Machtmensch war einst auch David, von dem die Bibel schonungslos so berichtet: … Es war Abend geworden und David ging auf der Terrasse seines Penthouses auf und ab und blickte herab auf die Häuser der Stadt. Es war einer jener warmen Abende, an denen die Stadt pulsierte und die Leute auf den Dachgärten ringsherum das Leben genossen. Als er die Frau sah, spürte er ein Begehren, das ihn nicht mehr losließ. Sie war so schön anzusehen, als sie da auf dem Dach ihres Hauses badete und sich wusch, dass er nur noch eines wollte: sie haben. Ja, er war gewohnt zu bekommen, was er begehrte. Also ließ er sie holen – eine verheiratete Frau. Und nahm sich, wonach es ihm war. Sie wird schwanger. Er will sie ganz. Ihren Ehemann lässt er beseitigen. Und nach Ablauf der Trauerzeit muss sie ihn heiraten.

Ein richtig mieser Typ, der das getan hat. Und dieser miese Typ ist der Autor, dem Psalm 51 zugeschrieben wird. Seine Worte sind die Worte, an denen wir heute am Buß- und Bettag unser Nachdenken orientieren wollen.

„Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Wasche mich rein von meiner Missetat, und reinige mich von meiner Sünde, denn ich erkenne meine Missetat, und meine Sünde ist immer vor mir. Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir. Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus.“.

Dass wir so konkret etwas über die Lebensumstände erfahren, aus denen ein Psalm stammt, ist einmalig in der Bibel. Und dass Worte, die wir so hochhalten wie Psalm 51, von einer solch fragwürdigen Gestalt stammen, haben wir auch selten. 

„Ein Psalm Davids“, heißt es am Anfang, „vorzusingen – am Ende, da der Prophet Nathan zu ihm kam, nachdem David zu Batseba eingegangen war.“

Die Geschichte vom König David, dem legendären König Israels, und der schönen Batseba gehört zu den großen „sex and crime“-Geschichten der Bibel. Machtmissbrauch, Selbstsucht, Untreue, Gewalt, Rücksichtslosigkeit mögen  uns nicht immer in solcher filmreifer Drastik begegnen – aber wir kennen sie, wie gesagt bis heute. Und wir kennen die Folgen, die das alles hat, wie dadurch Leben, Beziehungen vergiftet, verletzt, zerstört, gerade auch Dritte, zunächst Unbeteiligte ins Unglück gestürzt werden.

Nun ist der Bußpsalm von König David das Dokument einer Gewissenserforschung und – schulung. Vielleicht hat der König David im Innersten seins Herzens ganz genau gewusst, welch übles Spiel er da spielte, wie drastisch er mit seinem Verhalten gegen die Leitplanken eines guten, erfüllten  Lebens verstieß, wie sehr sein Verhalten in die Sackgasse führte. Vielleicht hat er es innerlich gespürt. Aber es musste erst ein Mann Gottes, der Prophet Nathan kommen, um es ihm zu Bewusstsein zu bringen. Denn der Prophet wagt es, den König zu konfrontieren.

Und jetzt kommt das eigentlich Erstaunliche, das wirklich Spannende: Der König versteht. Der mächtigste Mann Israels lässt sich von dem Propheten ins Gewissen reden. Er erkennt, was er getan hat. Er versteht, in welche Sackgasse ihn das geführt hat.

Und er spricht die Worte des Psalms. Bittet um Gnade, um ein reines Herz und einen neuen Geist.

David kann nichts mehr tun, um sein Fehlverhalten wieder gut zu machen. Er kann sich nur in die Arme Gottes werfen. Er wäre verloren, wenn es diese Arme nicht gäbe. Wenn es nur die Option gäbe zu verdrängen und zu leugnen – oder aber an der eigenen Schuld zu zerbrechen.

„… ich erkenne meine Missetat und meine Sünde ist immer vor mir…“ – dass das kein Selbstgespräch ist, sondern ein Gespräch mit Gott, das lebensrettend ist. Denn Gott kann vergeben. Gott kann reinigen. Gott kann ein reines Herz schaffen. So wie aber auch nur zuvor bekannte Schuld vergeben werden kann!

Wie gut, dass es die Arme Gottes gibt, in die wir uns werfen können, wenn wir unsere Missetaten erkennen. Wie König David stehen wir da, jede und jeder mit seiner eigenen Geschichte. Mit leeren Händen vor Gott. 

Das ist das Faszinierende an der Buße: gerade da, wo wir anerkennen, wo wir bekennen, dass wir in einer Sackgasse gelandet sind, geht es weiter! Das ist im persönlichen Leben so und es ist so in der großen Politik.

Man kann das schön sehen an dem wohl wirkmächtigsten öffentlichen Bußakt der jüngeren Geschichte: Der Kniefall des damaligen deutschen Bundeskanzlers Willy Brandt in Polen vor dem Ehrenmal des Warschauer Ghettos am 7. Dezember 1970, also in diesem Jahr, in wenigen Tagen vor genau 50 Jahren,  hat nicht nur die deutsche Politik verändert, sondern die Weltpolitik. Das Aufrechnen der jeweiligen Verletzungen zwischen Ost und West im Kalten Krieg war in eine Sackgasse geraten.

Und nun kniete der deutsche Bundeskanzler vor dem Ehrenmal spontan nieder und verneigte sich damit vor den Opfern deutscher Gewaltherrschaft. Eine Geste der Demut. Eine Geste der Buße. Und genau darin eine souveräne Geste.

Diese Geste hat die Welt verändert. Sie war der Weg aus der Sackgasse der Ost-West-Konfrontation. Sie war der symbolische Ausdruck einer Bereitschaft zur Versöhnung, die zur Grundlage der Entspannungspolitik wurde und am Ende   in das vereinigte Deutschland, in ein neues Europa mündete.

Allenthalben könnte sie hilfreich sein, solche Buße, schon im kleinen, die ganz einfache Bitte um Entschuldigung (genau so, als Mehr-Wort-Satz, und nicht als mehr oder weniger dahingeworfenes „Tschuldigung!“), aber eben auch im Sinne öffentlicher Buße. 

Dieser Tage geht es in den Nachrichten verstärkt wieder um  Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche. Manche haben den Eindruck, da wird mehr versucht, unter den Teppich zu kehren, statt öffentlich Schuld und Versagen, gerade dann auch der kirchlichen Aufsicht einzugestehen. Im Blick auf die aktuelle Corona-Pandemie gibt es schon laufend, und dann sicher auch rückblickend die Punkte, wo kritisch hingeschaut und eben auch Versagen eingestanden werden muss. Auch von uns als evangelischer Kirche: wo wir hätten mutiger bekennen, mutiger hätten handeln müssen. Oder denken wir gesamtgesellschaftlich an die Art unseres Wirtschaftens, all das, was etwa die Fridays-for-Future-Bewegung, mit Greta Thunberg vorneweg, so eindrücklich   in den letzten anderthalb Jahren noch einmal angeprangert hat: unseren Raubbau an der Schöpfung, unser Leben auf Kosten Anderer, unsere ganze Ignoranz an dieser Stelle… unser verhalten wider alles besere Wissen.

Der König David war in Israel der mächtigste Mann seiner Zeit. Er hat als Mensch und Politiker schließlich, nach vielen Fehlern erst verstanden, dass „Gott lieben“ heißt, das Recht zumal der Schwachen zu schützen.

Niemand hat einen genauen Bauplan für eine Weltwirtschaft, in der alle in Würde leben können. Aber der Bußtag kann der Ort dafür sein, uns dazu zu verpflichten, dass wir den jetzigen Zustand nie und nimmer hinnehmen. Dass wir unsere Energien zukünftig zuallererst darauf richten, dass nicht nur wir, sondern alle Menschen leben können.

Wie gesagt ich denke, dass wir grundsätzlich alle gar nicht besser sind als Trump, auf den sich leicht mit dem Finger zeigen lässt. Aber, wie sagte schon Gustav Heinemann – immer wieder gerne von mir zitiert – sagte einst: wer mit dem Finger auf einen anderen zeigt, zeigt zugleich mit vier Fingern auf sich selber.

Es hat seinen guten Sinn, dass der Bußtag auch Bettag heißt. Weil „Buße“ heißt: Umkehr zu Gott. Ein Flüchten hin zu ihm, ein sich ihm ganz in die Arme werfen, rückhaltlos, gar nicht so viel anders, wie es im besten Falle ein Kind kennt gegenüber seinen Eltern, … mit der hier nun an Gott gerichteten Bitte um seine Liebe und die Gewährung eines echten Neuanfangs: „Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir. Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus.“.

Eine gute gesegnete weitere Woche wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Matthias Bertenrath

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Angedacht vom 15.11.2020

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Nachhaltigkeits-AG findet nicht statt

Leider müssen wir Sie hier in Kenntnis setzen, dass die geplante Nachhaltigkeits-AG heute (Donnerstag, den 12.11.2020 um 19:30 Uhr) in der Erlöserkirche in Niederaussem nicht stattfinden kann. Pandemie bedingt ist eine Zusammenkunft von Gruppen und Kreisen aktuell nicht möglich. Wir bedauern diese Entscheidung sehr. Wir wünschen auf diesem Wege allen Erkrankten Menschen gute Genesung und Gottes Segen.

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Angedacht vom 01.11.2020

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Angedacht vom 31.10.2020

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Angedacht vom 25.10.2020

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Neues aus der Konfirmandenarbeit

Die Konfirmandinnen und Konfirmanden haben aus Salzteig Skulpturen erschaffen unter dem Thema: „Gott ist für mich …“

… wie eine Lunge. Mit ihm kann ich atmen. Durch ihn gerät Energie in mein Leben. Und viele Lungen ergeben einen großen Atem für die Zukunft.

… wie eine Brücke. Er verbindet Dinge die sonst auseinander wären zu einem. Er schafft unmögliches.

… die Liebe und er sieht alles.

… ein Wegbereiter und Begleiter

… Er hält die ganze Welt in seiner Hand

… wie ein Freund mit ihm kann ich reden und er steht zu mir und begleitet mich auf all seinen Wegen

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Neues aus der Konfiarbeit

Die Konfirmandinnen und Konfirmanden haben gemeinsam das Vater Unser neu und modern gestalten. Fast wie selbstverständlich für neue Generationen in Emoticons. (Smileys)

👨‍🦰🤲☁️
😇👉🔠
👉🏙
👤👆👏
🤷‍♀️☁️🌎
👨‍👩‍👦‍👦📆🍞🥖🤲👩‍👩‍👧‍👦📆
🙏🤲😞
👭🤝👭
🤲🚫
🖐👺
👆🇪🇺💪😃⏱
🙏

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Präsenz-Gottesdienste wieder möglich

Altar in der Erlöserkiche in Niederaußem

Ab Pfingssonntag finden wieder Präsenz-Gottesdienste in unserer Gemeinde statt. Wir freuen uns alle sehr darauf und uns erwartet eine spannende Zeit. Nun sind aber auch einige Informationen dazu nötig und daher bitten wir Sie ausdrücklich das unten stehende Manuskript sorgfältig zu lesen.

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KinderKirche goes online

Jeden Sonntag gibt es einen Online-Kindergottesdienst aus einem der KiGo-Landesverbände.

Schaut/schauen Sie doch einfach mal vorbei.

Kinderkirche online

Gerne könnt Ihr Euch/können Sie sich auch hier über das Online-Angebot informieren:

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Neue Gottesdienstform in unserer Gemeinde: Hausgottesdienst

Gerade jetzt in der Corona-Krise wollen wir Sie als Kirchengemeinde nicht alleine lassen. Aber wie kann das gehen, wenn wir unsere Gemeindehäuser schließen müssen und es auch untersagt ist, Gottesdienste zu feiern? Daher haben wir uns dazu entschlossen, Ihnen eine Möglichkeit zu bieten, auf ungewöhnliche Weise zusammen einen kleinen Gottesdienst zu feiern. „Im Geiste“ können wir zusammen sein. Jeden Sonntag werden zu den regulären Gottesdienstzeiten die Glocken am Friedrich-von-Bodelschwingh-Gemeindezentrum in Glessen und an der Erlöserkirche in Niederaußem für 10 Minuten läuten – also von 10.15 bis 10.25 Uhr. In dieser Zeit können Sie zu Hause den kleinen Gottesdienst mit vielen anderen, die das auch bei sich machen, mitfeiern. Alles was Sie dazu brauchen ist eine Kerze und die folgende Liturgie…

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Angedacht zum Drittletzten Sonntag des Kirchenjahres – 8.11.2020

„Ach, lass mich doch in Ruhe!“ Immer wieder wehren wir Andere in unserem Alltag in dieser Weise ab. In Momenten etwa, in denen wir uns irgendwie überfordert fühlen, manchmal auch mit neuen Einsichten über uns. In Momenten etwa, in denen etwas von uns verlangt zu werden scheint, was wir, so meinen wir, gar nicht leisten können. In Momenten etwa, wo wir Begrenztheiten sehr deutlich spüren und uns alles zu viel scheint, woran es liegt aber oft auch noch gar nicht so ganz klar haben. „Ach, lass mich doch in Ruhe!“ Ich denke, wir alle kennen solche Momente, in denen wir am liebsten nichts mehr hören und sehen und nichts mehr sagen möchten…,   in denen wir uns am liebsten verkrümeln würden … in eine Art Schmollwinkel, bis zum totalen Realitätsverlust; so ist das immer wieder im Miteinander, und so ist es, wie sich bei Hiob sehen lässt, manchmal auch Gott gegenüber:

Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit und ist voll Unruhe, geht auf wie eine Blume und fällt ab, flieht wie ein Schatten und bleibt nicht. Doch du tust deine Augen über einem solchen auf, dass du mich vor dir ins Gericht ziehst. Kann wohl ein Reiner kommen von Unreinen? Auch nicht einer! Sind seine Tage bestimmt, steht die Zahl seiner Monde bei dir und hast du ein Ziel gesetzt, das er nicht überschreiten kann: so blicke doch weg von ihm, damit er Ruhe hat, bis sein Tag kommt, auf den er sich wie ein Tagelöhner freut. (Hiob 14,1-6)

„Ach,  lass mich doch in Ruhe, Gott!“ – ziemlich entnervt klingt Hiob… Er hat augenscheinlich genug von einem Gott, der ihn zu überfordern scheint, der doch eigentlich wissen müsste, dass er nicht aus seiner Haut heraus kann, wie es um ihn steht. Der Veränderungen verlangt, zu denen Hiob sich nicht in der Lage sieht. Pauschal wehrt Hiob ab und fragt nur noch rhetorisch: „Kann wohl ein Reiner kommen von Unreinen?“ Das Beste, so Hiob zu Gott, wäre, du lässt mich einfach in Ruhe! Bis auf weiteres! im Englischen hieße das wohl: „Leave me alone, God!“

Nun, ich glaube, das Beste ist ja gerade, dass Gott uns Menschen, so sehr wir uns das manchmal vielleicht auch wünschen, nicht in Ruhe lässt, uns nicht einfach allein lässt, nicht einfach alles beim Alten lässt bei uns, sondern uns immer wieder mit seiner Gegenwart überrascht. Der ursprüngliche Spruch für die Woche ab dem heutigen drittletzten Sonntag des Kirchenjahres weist darauf hin: : „Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils“ (2. Korinther 6,2)

Gerade in Situationen, die wir klassisch aus welchen Gründen auch immer erst einmal als Überforderungssituationen wahrnehmen, in denen wir allenthalben Begrenztheiten spüren, grundunzufrieden, zugleich aber auch eigentümlich veränderungsresistent sind, in Situationen, denen so an sich wahrlich erst einmal nichts Gutes abzugewinnen ist, will Gott sich als gegenwärtig erweisen; gerade  das klingt hier an. Begrenztheiten verschwinden damit nicht einfach, aber Gott kann sie verwandeln, immer noch, aus Ihnen noch etwas Neues, Gutes formen. So wie das Reich Gottes nicht eine jenseitige Größe, auf die hin sich nach Belieben billig vertrösten ließe, ist, sondern, wie Jesus immer wieder betont, mitten unter uns.

„Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils“ (2. Korinther 6,2). Gott gerade innerhalb nun einmal gesetzter Grenzen als Ermöglicher, und damit auch gleich schon wieder über sie hinaus helfend; oder anders gesagt mit einem schönen biblischen Bild: im Vertrauen auf ihn lässt sich wahrlich über Mauern springen!

Hiobs sieht bloß auf seine Begrenztheiten, er sitzt darin fest sozusagen; und vielleicht ist dies das größte Problem, dass er sich, gerade indem er fortan in Ruhe gelassen werden will, sich in eben diesen Begrenztheiten einzurichten gedenkt. Oder, wie Dorothee Sölle einmal gesagt hat: das eigentliche Exil ist, sich im Exil einzurichten.

Doch wir haben einen Befreier-Gott, einen der uns gerade nicht in Ruhe lässt in den mancherlei Begrenztheiten, die es gibt; und der uns zumal mitten immer wieder neu mit seiner Gegenwart zu überraschen vermag; der nicht uns selbst überlässt, sondern sich mit seinem guten Willen durchsetzt; neue Wege zeigt und bahnt, seinen guten Geist nach wie vor ausgießt. Auf ihn gilt es zu vertrauen. Angesichts allen Nachtretens, das Donald Trump jetzt erfährt, sollte, etwas provokativ gefragt, in dieser Richtung nicht doch auch unsere Hoffnung für ihn liegen?!

„Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils“ (2. Korinther 6,2). Im Licht dieser Zusage lässt sich so manches auch noch einmal aus der Nachrichtenlage der vergangenen Woche vielleicht etwas anders sehen; in aller Sorge, aller Angst, auch bei allem, was uns in bestimmten Momenten zu überfordern scheint, auch bei aller urmenschlichen Borniertheit, bei allem nach wie vor Bedrängenden, bei allem so leicht resignativ oder gar depressiv stimmenden – wie heißt es im Wahlspruch der Vereinigten Staaten seit alters her?! „In God we trust.“ Das Beste ist, dass Gott uns eben nicht allein lässt, gerade nicht in Ruhe lässt, uns mit seiner gnädigen und heilsamen Gegenwart immer wieder neu überrascht. „In God wie trust.“

Eine gute Woche wünscht Ihnen Ihr Pfarrer Matthias Bertenrath

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