Angedacht-Impuls vom 1.Sonntag nach Ostern, den 19.04.2020

„Jetzt ist Ostern auch schon wieder vorbei!“ – so sagte ich einmal – kurz nach Ostern – etwas gedankenverloren. „Nein, Ostern ist doch nicht vorbei! Ostern ist immer!“,  konterte, für mich zunächst überraschend, da mein Gegenüber.

Nachdenklich geworden, war mir schnell klar, dass es meinem Gegenüber nicht um Schokohasen und Ostereier ging, welche manchmal eine erstaunlich lange Lebensdauer haben, wo sie sich z.B. auf wundersame Weise dem  unmittelbarem Zugriff entzogen haben, und Wochen oder gar Monate später aus irgendwelchen Schubladen auftauchen – nein, dieses: „Ostern ist immer!“ meines Gegenübers hatte wohl mit dem eigentlichen Inhalt von Ostern zu tun.

„Wir danken dir, Herr Jesu Christ, dass du vom Tod erstanden bist“; so fängt eines der eingängigsten Osterlieder in unserem Gesangbuch (EG 121) an, um dann von Ostern her eine Brücke hin zu uns Menschen insgesamt zu schlagen, „und hast dem Tod zerstört sein Macht, und uns zum Leben wiederbracht.“

„Ostern ist immer!“ – es hat seine dauerhafte Bedeutung, will permanent erlebt werden, wann und wo auch immer, geht weiter. In diese Richtung weist jetzt gleich auch  der 1. Sonntag nach Ostern mit seinem merkwürdigen Namen „Quasimodogeniti“, was übersetzt heißt: „Wie die neugeborenen Kinder“, und was darauf Bezug nimmt, dass in der Alten Kirche die Erwachsenen, welche zu Ostern getauft worden waren, sich nun am folgenden Sonntag schließlich noch einmal in ihren Taufkleidern zeigten; gar nicht so weit davon entfernt im Übrigen die traditionelle Bezeichnung „Weißer Sonntag“ in Anspielung auf die weißen Erstkommunionkleider.

„Ostern ist immer!“ – Um das Leben geht es, unser Leben, Leben für uns. Um Auferstehung heute und jetzt. Es geht darum, dass allen zerstörerischen Kräften, ja, dem Tod selbst von Gott seine letzte Macht genommen ist, und dass das gar nicht folgenlos bleiben kann. Allerdings nicht im Sinne eines: „Alles soll wieder so sein wie früher!“ So gerade nicht, sondern im Sinne eines zu erreichenden qualitativen Sprunges, z.B. eines Verzichtens mit Gewinn, eines vielfachen Empfangens durch Geben, eröffneter Chancen in der Krise; ganz im Sinne von „Kraft für die Müden“, wie es im Predigttext Jesaja 40 zum Sonntag heißt, was nicht zuletzt sicher gerade auch Kraft für die wie auch immer besonders Engagierten und Angestrengten meint. 

Wie man sich darauf einstellt?! Auf Auferstehung heute und jetzt?! Von „Einkehr statt Einkauf“ hat der Kölner Kardinal Woelki in diesen Tagen gesprochen, oder um es mit schon älteren Worten von Elke Heidenreich (vielleicht dabei schon stark frequentierte Baumärkte vor Augen) nicht weniger pointiert zu sagen: „Der Sinn des Lebens kann doch nicht sein, am Ende die Wohnung aufgeräumt zu hinterlassen.“

In dieser Osterzeit grüßt Sie herzlich Ihr Pfarrer Matthias Bertenrath

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ihr fragt

wie ist

die auferstehung der toten?

                            ich weiß es nicht

ihr fragt

wann ist

die auferstehung der toten?

                            ich weiß es nicht

ihr fragt

gibts

eine auferstehung der toten?

                            ich weiß es nicht

ihr fragt

gibts

keine auferstehung der toten?

                            ich weiß es nicht

ich weiß

nur

wonach ihr nicht fragt:

                            die auferstehung derer, die leben

ich weiß

nur

wozu Er uns ruft:

                            zur auferstehung heute und jetzt

Kurt Marti