Angedacht-Impuls vom Karfreitag den 10.04.2020

Am Karfreitag erinnern wir uns in besonderer Weise des Leidens und Sterbens Jesu. Dies steht traditionell so sehr im Zentrum des christlichen Glaubens, dass das Kreuz zum Erkennungszeichen schlechthin des christlichen Glaubens geworden ist, aber zugleich macht das Kreuz auch immer wieder Menschen ratlos…

So schwer ist zu begreifen, was da geschehen… was es auf sich hat mit dem Kreuz, was es bedeutet. Da ist die Frage: Warum musste Jesus so leiden? Warum dieser grausame Tod? 

Im Johannesevangelium heißt es: „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ (Johannes 3,16)

Was sich Gott dabei gedacht hat?! Hätte er, zumal wenn es ihm um Liebe geht, diese nicht anders zeigen können, ja, müssen?! Nein, gerade so, und nur so konnte er seine Liebe unter Beweis stellen, zumal dieser Tod doch kein zufälliger war, sondern nur die letzte Konsequenz des Lebens Jesu, d.h. bereits eines Lebens voller Liebe.

Mit dem Allen, ob mit dem Betroffensein von mancherlei Anfeindungen bereits zu Lebzeiten oder am Ende mit Jesu Tod war zu zeigen: ja, so weit geht Gott in seiner Liebe. Er selbst geht in den Tod – aus Liebe.

Aus diesem Grund gibt es auch für uns keinen Ort, keinen Ort nirgends, an dem wir für Gott unerreichbar wären – im Gegenteil, er ist uns immer schon voraus und bei uns, wir sind nicht allein – erkennbar wird das freilich erst mit Ostern,  womit das Geschehen von Karfreitag entscheidend gedeutet, erst so richtig verständlich gemacht wird, Sinn beigelegt bekommt, erkennbar wird: Ja, Gott lässt uns nicht allein. Auch im größten Dunkel, in aller Angst und Sorge, ja, selbst im Tod, ist er uns zur Seite. Er lässt uns nicht auch da nicht allein, wo vielleicht kein anderer Mensch unsere Not kennt und sieht. Er lässt uns nicht allein – und gerade so, und nicht anders zunächst führt er über alle Not hinaus ins Leben – das alles aus Liebe.

Gesegnete Tage im Zugehen auf Ostern!

Ihr Pfarrer Matthias Bertenrath